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Das Hellbrunn Projekt

 

 

Karl Hartwig Kaltner wurde 1998 von der Kulturverwaltung der Stadt Salzburg eingeladen ein Konzept für ein Land Art Projekt im Schlosspark in Hellbrunn bei Salzburg zu erstellen. Dabei war ihm wichtig, die historische Dimension vom Beginn der menschlichen Besiedlung in der Jungsteinzeit bis zur Umgestaltung der Lustschlossanlage durch Anton Danreiter zu erkunden. Das Land Art Projekt bezieht sich jedoch weitgehend auf die Entstehungszeit der Schlossanlage und das Leben seiner Bewohner. Erzbischof Markus Sittikus beauftragte seinen Hofarchitekten am Beginn des 17. Jahrhunderts mit dem Bau eines Sommerdomizils. Dem Lustschloss mit großzügiger Gartenanlage lag schon bei der Errichtung der Gedanke eines Gesamtkunstwerkes zugrunde d. h. für die Entspannung des Erzbischofs sollten alle Wünsche des künstlerischen Genusses erfüllt werden. Der gestaltete Garten bot neben den Schlossgebäuden jede Möglichkeit Natur, Amüsement und Kunst zu konsumieren.

 

 

 

Kaltner spürte den manieristischen Tendenzen in der Architektur und den mythologischen Anspielungen durch die Skulpturen nach und hob in seinen Installationen an besonderen „Schnittpunkten“ das Abgründige im Leben des Erzbischofs Markus Sittikus hervor. Die wunderschöne Katharina von Marbon, Frau des Gardehauptmannes, bezauberte den Erzbischof an lauen Sommerabenden, aber auch ihre Schwester erregt die Aufmerksamkeit des geistlichen Würdenträgers. Dieses Thema durchzieht sieben Stationen des Projektes, wobei die letzte Station den Sound of Musik Pavillon einbezieht. Begleitet wurde die Eröffnung der Installation mit Musik von Peter Wesenauer. Im ersten Satz werden die menschlichen Leidenschaften und Emotionen der Katharina von Marbon beschrieben, verstärkt werden diese durch die stark wechselnden Beleuchtungen und Lichtbrechungen an der Wasseroberfläche. Im zweiten Satz tritt die Schwester der Geliebten auf, die ihre verblassende Leidenschaft wieder anfacht. Die Todesgöttin Medusa kündigt in zerfallender Harmonik den Sieg der Weiblichkeit an, der schlussendlich auch zum Sieg der Weiblichkeit über die Kirche führt.